17 Jahre Landschaftsplanung Obere Kyll

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© 2005  Ulrich Bielefeld Landschaftsplanung - Landschaftsbild- / Erlebnisqualität in der VG Obere Kyll, unterschieden nach Raumtypen - Grundlage für die Einstufung der Empfindlichkeit gegenüber WKA 

© 2005  Ulrich Bielefeld Gesamtkonzeption Windkraft - 1. Schritt - Abstandsanalysen mit GIS von potentiellen Windkraftstandorten zu sensiblen Nutzungen und Schutzflächen nach Abstanderlass Rheinland-Pfalz. Flächen ohne Restriktionen: Suchräume für WKA (blau). 

© 2005  Ulrich Bielefeld Gesamtkonzeption Windkraft - 2. Schritt - Räumliche Ermittlung der Sichtbarkeit und des Risikos einzelner Windparkstandorte für das Landschaftsbild mittels Sichtfeldanalysen (GIS), Bewertung der Fernwirkung / der Einwirkung in sensible Räume 

© 2005  Ulrich Bielefeld Gesamtkonzeption Windkraft - 3. Schritt - Standortvergleich anhand des Umfangs der Risikoflächen 

© 2005  Ulrich Bielefeld Gesamtkonzeption Windkraft - 4. Schritt - Visualisierung - Fotosimulation zur Überprüfung der kumulierenden Wirkungen (3 potentielle Windparks beim Fremdenverkehrsort Stadtkyll) - Anlagengrößen unter 100m (Stand 2003) 

© 2005  Ulrich Bielefeld Gesamtkonzeption Windkraft - 4. Schritt - Visualisierung - Die gleichen 3 Windparks mit Anlagengrößen 160m nach möglichem „Repowering“. Die Standorte wurden abgelehnt. 

© 2005  Ulrich Bielefeld Ergebnis der Teilfortschreibung Windkraft: Landschaftsverträgliche Konzentrationszonen 

Hier geht es um großräumige Freihaltung von empfindlicher Landschaft, da auch WKA großräumig wirken. Windenergie hat einen hohen Anteil in Rh-Pf. erreicht. Trotzdem wurden sehr große wertvolle Landschaftsräume freigehalten (z.B. Vulkaneifel, Hunsrückkamm, Mosel- und Rheintal)

© 2005  Ulrich Bielefeld Landschaftsverträgliche Konzentration von WKA in vorbelasteten Räumen mit relativ begrenzten Sichtbeziehungen im Westen der VG (Stand 2006 nach Errichtung aller Anlagen) 

© 2005  Ulrich Bielefeld Großräumige Freihaltung von unbelasteten Räumen mit hoher Landschaftsbildqualität und weiträumigen Sichtbeziehungen in die Vulkaneifel im Ostteil der VG. Sie sind gleichzeitig wichtige Räume für Naherholung und Fremdenverkehr. 

© 2006  Ulrich Bielefeld Umweltüberwachung - Analyse des Landschaftswandels zwischen Bestandskartierung 1990 und 2004 mittels GIS. Dokumentation der Umweltprüfung LP / FNP 2006 - Veröffentlicht durch Bundesamt für Naturschutz 2007 

17 Jahre Landschaftsplanung Obere Kyll


In der Verbandgemeinde „Obere Kyll“ in der Eifel sind 13 Ortsgemeinden zu einer Verwaltungseinheit zusammengeschlossen, die eine Fläche von ca. 13.700 ha umfasst.
Der über 17 Jahre dokumentierte Planungsprozess vollzog sich in 5 Etappen:

1. Etappe 1989-1991
Pilotprojekt des Landes Rh-Pf. Einführung der Umweltprüfung des Flächennutzungsplans mittels der Landschaftsplanung.
Bundesweit erster Anwendungsfall der Eingriffsregelung in der Bauleitplanung.
Veröffentlichung durch das Land Rheinland-Pfalz 1992.

2. Etappe 1992-1994
Erfahrungsinput für das Projekt des Bundesumweltministeriums und des BDLA „Einführung der Landschaftsplanung in den neuen Bundesländern“.
Nachdruck der Veröffentlichung durch den Bundes-BDLA 1994.

3. Etappe 1999-2000
Teilfortschreibung „Windkraft“ des Flächennutzungsplans der VG Obere Kyll.
Gesamtkonzeption für das Verbandsgemeindegebiet zur Steuerung der privilegierten Windkraftnutzung auf der Grundlage des Landschaftsplans.

4. Etappe 2003-2006
1. Gesamt-Fortschreibung des Landschafts- / Flächennutzungsplans Obere Kyll unter Anwendung digitaler „Geographischer Informationssysteme (GIS)“.
Erstmalige Durchführung einer Umweltprüfung auf Ebene des Flächennutzungsplans nach BauGB 2004 in Rheinland Pfalz.

5. Etappe 2005-2006
Begleitstudie zur Umweltüberwachung / Umweltbeobachtung im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz. Veröffentlicht 2007.

Aufgrund der augenblicklichen Aktualität werden Ergebnisse aus den Etappen 3 und 5 hier kurz dargestellt.

Windenergie
Der hochgelegene Westen der Verbandsgemeinde besitzt die größte Windhöffigkeit in Rheinland-Pfalz. Ab 1991 entstanden hier die ersten Windparks, die bis heute auf einen Umfang von ca. 70 Anlagen anwuchsen. Ende der 90er Jahre war die Technik soweit entwickelt, dass auch in tieferliegenden Teilen des Gemeindegebietes Anträge zur Errichtung der zwischenzeitlich privilegierten Anlagen gestellt wurden. Die einen sahen darin wirtschaftliche Vorteile in einem strukturschwachen Raum, die anderen fürchteten die „Verspargelung“ der Landschaft an der oberen Kyll.
Eine landschaftsplanerische „Gesamtkonzeption Windkraft“, verbunden mit einer Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans sollte die politischen Diskussionen versachlichen und die rechtlichen Steuerungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Das größte Konfliktpotential der Windenergie liegt neben den Lärmimmissionen vor allem beim Schutzgut Landschaft/Landschaftsbild.
Aufgrund der vorliegenden Landschaftsplanung konnte auf eine differenzierte Bewertung des Landschaftsbildes zurückgegriffen werden. Solche Grundlagen liegen seit den 90er Jahren flächendeckend bei jeder Gemeinde in Rh.Pf. vor (Abb.1). Eine Ableitung der Empfindlichkeit gegenüber WKA war daher schnell möglich: es handelt sich vor allem um die hochwertig eingestuften Landschaftsteile im Offenland.

Umweltüberwachung / Monitoring
Analyse des Landschaftswandels zwischen erster (1990) und zweiter (2004) Bestandserfassung der Landschaftsplanung mittels GIS. Dokumentation der Umweltprüfung Landschafts-/ Flächennutzungsplans Obere Kyll (Fortschreibung 2006).

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2007

Würdigung
Juryurteil: Das Projekt bildet den vorbildlichen Prozess einer integrierten, partizipativen Flächennutzungs- und Landschaftsplanung einer kleinen Gemeinde in der Vulkaneifel ab. Die Landschaft der Oberen Kyll wurde mit Hilfe von konzeptionell-kreativen Anstößen des Landschaftsplans entwickelt - und das vorausschauend über einen Zeitraum von nahezu zwei Jahrzehnten.

Bei der Pilotplanung 1991/1992 handelte es sich um den ersten Fall einer Integration eines Landschaftsplans in den Flächennutzungsplan. Im Jahr 2000 wurde eine der ersten gemeindlichen Gesamtkonzeptionen für die Windenergie auf der Basis der Landschaftsplanung erstellt. Die nun seit Ende 2006 vorliegende aktuellste Fortschreibung des Landschaftsplans ist nochmals besonders hervorzuheben. Denn sie behandelt vorbildlich auch die allerneuesten umweltrechtlichen Aufgabenstellungen wie die Strategische Umweltprüfung und das Umweltmonitoring.

Weitgehend alle Aufgaben und Anforderungen, die an eine zeitgemäße Landschaftsplanung gestellt werden, sind hier modellhaft erfüllt. Eine Gesamtschau der Entwicklung der Landschaftsplanung seit 1989. Besonders hervorzuheben ist auch die dauerhafte, konstruktive Zusammenarbeit von Kommunalverwaltung, Bürgern und Landschaftsplanern.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Ulrich Bielefeld, Susanne Schönecker, Reinhold Hierlmeier, Joachim Konrad, Bernhard Gillich

Planung

BGHplan Umweltplanung und Landschaftsarchitektur GmbH
Bernhard Gillich und Christoph Heckel

Fleischstraße 56-60
54290 Trier

Ulrich Bielefeld, Dipl.-Ing., Landschaftsarchitekt

Gällerstraße 5
88662 Überlingen


Projektinformationen

Projektzeitraum
1989 - 2006

Größe
13.700 ha

Auftraggeber • Bauherr
Verbandsgemeinde Obere Kyll, Jünkerath, Krs. Daun, Rheinland-Pfalz

Adresse

Obere Kyll


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